QuantiFarm-Studie findet Nettonutzen in 23 von 30 europäischen Digital-Landwirtschaftsfällen
Eine dreijährige Kosten-Nutzen-Analyse mit mehr als 100 Betrieben zeigt unterschiedliche Ergebnisse je nach Technologie und Kontext; bei mehreren Werkzeugen amortisierte sich die Investition in ein bis zwei Produktionszyklen.
Ereignis-/Datenzeitraum: 2026-10-22
Veröffentlicht: · Aktualisiert:

Eine europäische Studie zur digitalen Landwirtschaft meldete einen monetären Nettonutzen in 23 von 30 Fallstudien, berechnet als Durchschnitt über drei Jahre Versuchszeit. Vier Fälle zeigten gemischte Ergebnisse innerhalb desselben Betriebs: Eine digitale Lösung brachte bei einer Kultur einen Nutzen, bei einer anderen jedoch einen Verlust. In drei Fällen wurde ein Nettoverlust festgestellt. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse am 22. Oktober vom Politecnico di Milano, das die Arbeit mit seinem Smart AgriFood Observatory und dem Food Sustainability Lab koordinierte.
QuantiFarm wurde über Horizon Europe finanziert und vereinte 32 europäische Organisationen. Die Forschenden sammelten Erkenntnisse in 30 Fallstudien in 20 Ländern mit mehr als 100 Betrieben unter unterschiedlichen biogeografischen und produktiven Bedingungen. Untersucht wurden Freiland- und Spezialkulturen, Milchvieh, Schweinehaltung, Austernzucht und Betriebsmanagement. Ziel war es, digitale Technologien unter tatsächlichen Betriebsbedingungen zu bewerten, statt ihren Wert allein aus technischen Spezifikationen abzuleiten.
Zu den Technologien gehörten Entscheidungsunterstützungssysteme, agrometeorologische Stationen, Sensoren, Überwachungs- und Datenerfassungswerkzeuge, Bewässerungsmanagement, Farmmanagement-Plattformen, Präzisionsdüngung, Melk- und Fütterungsroboter sowie automatische Stall- und Tierüberwachung. Diese Systeme erfüllen unterschiedliche Aufgaben und sind keine einheitliche Intervention. Die Mitteilung fasst sie als digitale Agrartechnologielösungen zusammen und berichtet Ergebnisse aus heterogenen Fällen.
Die Wirtschaftsanalyse verband die Technologien in der Mehrheit der teilnehmenden Betriebe mit effizienterem Einsatz von Produktionsmitteln, geringeren Kosten, besseren Erträgen und Produktivität sowie höherer Arbeitsqualität. Der Dreijahresdurchschnitt sollte den Einfluss jährlicher Schwankungen verringern, die laut Forschenden durch Wetter, agronomische Bedingungen und betriebliche Einschränkungen beeinflusst werden können. Die gemischten Fälle zeigen, dass dasselbe Werkzeug bei verschiedenen Kulturen desselben Betriebs unterschiedlich wirken kann.
Bei mehreren Werkzeugen, insbesondere Entscheidungsunterstützungssystemen, Farm-Management-Informationssystemen und Feldsensoren, wurde die Investition innerhalb eines oder zweier Produktionszyklen zurückgewonnen. Die Mitteilung behauptet nicht, dass jeder Betrieb diese Amortisation erreichte; die Angabe bezieht sich auf bestimmte Werkzeugtypen in den untersuchten Fällen. Ein längerer Zeitraum kann die Rechnung verändern, wenn sich die Nutzung verbessert, agronomische Entscheidungen angepasst werden und Einsparungen bei Betriebsmitteln kumulieren.
Das Projekt berichtete auch über ökologische und soziale Effekte. Es verknüpfte digitale Werkzeuge mit einem effizienteren Einsatz von Düngemitteln, Pflanzenschutzmitteln, Futtermitteln, Antibiotika und Tierarzneimitteln sowie präziserer Bewässerung und Düngung und besserer Überwachung von Pflanzen und Tieren. In mehr als zwei Dritteln der Vergleiche stieg die Produktivität. Fernüberwachung, weniger Verwaltungsaufwand und Automatisierung gingen zudem mit mehr Flexibilität bei Arbeitsorganisation und Zeiteinteilung der Landwirte einher.
Die Ergebnisse stammen aus vielfältigen angewandten Fällen und nicht aus einem einzigen kontrollierten Vergleich identischer Betriebe. Die Mitteilung des Politecnico di Milano veröffentlicht weder Einzelfalldaten noch Stichprobendesign, Effektgrößen oder eine gemeinsame Renditequote für alle 30 Fälle. Die Zahlen zu positiven, gemischten und verlustbringenden Fällen beschreiben die gemeldeten Kosten-Nutzen-Kategorien; sie belegen nicht, dass eine Technologie in jeder Kultur, jedem Betrieb oder jeder Saison dasselbe Ergebnis erzielt.
QuantiFarm kommt zu dem Schluss, dass digitale Werkzeuge kontextbezogen und nach wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Dimensionen bewertet werden sollten. Zum Konsortium gehörten Universitäten und Forschungszentren sowie Agrarorganisationen wie Confagricoltura, Copa-Cogeca, CEMA, Teagasc, Delphy und IDELE. Laut Politecnico di Milano werden Methoden und Erkenntnisse in neuen Horizon-Europe-Initiativen wie GreenFit, Farmory, Agritechvalley und CeAmplify weiterverwendet. Die Mitteilung bietet einen Bewertungsrahmen, keine universelle Rangliste von Agrartechnologien.
Daten
QuantiFarm-Fallauswahl und Kosten-Nutzen-Ergebnisse
Projektstichprobe und Dreijahres-Kosten-Nutzen-Kategorien laut Mitteilung vom 22. Oktober.
- Fallstudien
- 30 count
- 2026-10-22 · Beobachtet
- Europäische Länder
- 20 count
- 2026-10-22 · Beobachtet
- Beteiligte Betriebe (mehr als)
- ≥100 count
- 2026-10-22 · Beobachtet
- Fälle mit Nettonutzen
- 23 count
- 2026-10-22 · Beobachtet
- Fälle mit gemischten Ergebnissen
- 4 count
- 2026-10-22 · Beobachtet
- Fälle mit Nettoverlust
- 3 count
- 2026-10-22 · Beobachtet
Methodik
Zählt die gemeldeten Fallstudien. Die Kategorien mit 23 Nettonutzen, vier gemischten und drei Nettoverlusten beziehen sich auf die dreijährige durchschnittliche Kosten-Nutzen-Analyse.
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