Gesellschaft / WELT

Italien erteilte 2025 mehr Aufenthaltstitel an Nicht-EU-Bürger

Das Istat zählte 426.956 neue Titel, 47,2 Prozent mehr; die Asylanträge gingen zurück.

Laut dem am 22. Oktober veröffentlichten Jahresbericht des Istat erteilte Italien 2025 insgesamt 426.956 erste Aufenthaltstitel an Staatsangehörige außerhalb der EU, 47,2 Prozent mehr als die 290.119 im Jahr 2024. Nach Angaben des Instituts war dies der höchste Wert seit 15 Jahren, abgesehen vom Höhepunkt 2022, als die Fluchtbewegung infolge des Kriegs in der Ukraine einen außergewöhnlichen Anstieg auslöste. Gemeint sind neu erteilte Titel im Jahresverlauf, nicht die bereits in Italien lebende Bevölkerung.

Familiennachzug war mit 168.733 neuen Titeln der häufigste Grund; das waren 39,5 Prozent der Gesamtzahl und 61,2 Prozent mehr als 2024. Fast 48 Prozent der Familientitel entfielen auf Minderjährige; mehr als 23 Prozent dieser Minderjährigen wurden laut Istat in Italien geboren. Die Zahl der Studientitel überstieg 35.000, stieg um 76 Prozent und machte 8,3 Prozent der neuen Titel aus. Das Institut führt einen Teil des Anstiegs auf die Bemühungen der Hochschulen zurück, internationale Studierende anzuziehen.

Titel für Asyl und andere Schutzformen erreichten 135.831, ein Plus von 30,5 Prozent. Diese Verwaltungszahlen sind nicht mit Asylanträgen gleichzusetzen. Der ausführliche Istat-Bericht nennt unter Berufung auf Eurostat 128.655 Erstanträge für 2025, 14,9 Prozent weniger als die 151.120 im Vorjahr. Regionale Schutzkommissionen prüften 104.560 Verfahren erster Instanz und lehnten 70 Prozent der geprüften Fälle ab. Die Zahl der Entscheidungen ist eine andere Kennzahl als die Zahl der eingereichten Anträge.

Arbeitsbezogene Titel stiegen um 45,9 Prozent auf knapp 59.000, machten jedoch nur 13,8 Prozent aller neuen Titel aus und blieben weit unter der für 2025 geplanten Quote von 165.000 Arbeitseinreisen. Laut Istat gingen 83,2 Prozent dieser Titel an Männer. Die Quote ist eine geplante Obergrenze im Rahmen der geltenden Regeln; sie belegt weder, dass alle Plätze genutzt wurden, noch dass jeder Titel einer tatsächlich besetzten Stelle entspricht.

Marokko führte die Herkunftsrangliste mit 44.549 neuen Titeln an, gefolgt von Bangladesch mit 39.807, Albanien mit 31.777, Ägypten mit 32.235 und Indien mit 30.227. Die Lombardei erteilte 98.128 Titel, 23 Prozent der landesweiten Zahl; die Emilia-Romagna folgte mit 38.789 beziehungsweise 9,1 Prozent. Unter den vom Istat hervorgehobenen Regionen verzeichneten die Lombardei (+61,6 Prozent), Venetien (+57,4 Prozent) und Kampanien (+55,8 Prozent) die stärksten Zuwächse.

Zum 31. Dezember 2025 hatten 4.030.016 Nicht-EU-Bürger gültige Aufenthaltstitel, 5,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das ist ein Jahresendbestand und muss von den 426.956 neu erteilten Titeln als jährlichem Zufluss getrennt betrachtet werden. Das Istat meldete 2025 etwas mehr als 178.000 Einbürgerungen von Nicht-EU-Bürgern. Die Kennzahlen beschreiben unterschiedliche Phasen von Migration und rechtlichem Status und ergeben keine einzelne Bevölkerungszahl.

Daten

Kennzahlen

Aufenthaltstitel für Nicht-EU-Bürger in Italien, 2025

Jahreszahl neu erteilter Titel; der Artikel unterscheidet davon den Jahresendbestand gültiger Titel.

Erteilte erste Aufenthaltstitel an Nicht-EU-Bürger
426.956 count
2025 · Beobachtet
Methodik

Die Kennzahl ist der jährliche Zufluss der 2025 erteilten ersten Aufenthaltstitel, gezählt in Titeln; sie misst nicht die Wohnbevölkerung. Für Asylanträge wird das ausführliche Istat-PDF verwendet, dessen Zahl leicht von der Pressezusammenfassung abweicht.

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